Touchscreen auf FahrkartenautomatTouchscreen auf FahrkartenautomatIndiumzinnoxid (ITO) oder zinndotiertes Indiumoxid ist eine Mischung aus Indiumoxid und Zinnoxid, wobei die Zinnkomponente bis zu einem Fünftel der Mischung ausmachen kann. Es handelt sich dabei um ein transparentes Material mit elektrischer Leitfähigkeit. Diese Eigenschaften machen es interessant für die Optoelektronik, wo es z.B. zum Schutz von Bildsensoren bei Digitalkameras, aber auch für Displays oder als heizbare Antivereisungsschicht auf den Scheiben des Cockpits im Airbus eingesetzt wird. Die interessanteste Möglichkeit ist aktuell die Verwendung in einer neuen Generation von Solarzellen.

 

Wie könnte ich damit in Kontakt kommen?

Die wahrscheinlichste Möglichkeit einer Aufnahme von ITO in den Körper scheint darin zu bestehen, das Rohmaterial bei der Verarbeitung einzuatmen. Das unbeabsichtigte Verschlucken der Substanz dürfte man weitestgehend ausschließen können. Der Kontakt mit den Augen sollte unbedingt vermieden werden.

 

Wie gefährlich ist das Material für Mensch und Umwelt?

Reizungen der Nase, des Mund-Rachen-Raumes und der Augen können auftreten, wenn man mit relativ hohen Konzentrationen von ITO in Kontakt kommt. Daher sollte das Verstäuben von Pulvern z.B. bei der Herstellung von Displays vermieden werden. ITO-Partikel mit einer Größe von 950 nm haben in Versuchen mit Hamstern zu Lungenschäden geführt. Dies wurde auf eine Anreicherung von ITO in der Lunge zurückgeführt. Es gibt Hinweise darauf, dass sich ITO-Partikel im Körper langsam auflösen und dabei Indium freisetzen. In einer Studie konnten auch negative Effekte auf die Fortpflanzungsfähigkeit nachgewiesen werden.

 

Fazit

Für den Verbraucher ist es sehr unwahrscheinlich, mit ITO in Kontakt zu kommen. Am Arbeitsplatz hingegen (beispielsweise in der Solarzellindustrie) ist es wichtig, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um das Einatmen von ITO-Stäuben zu vermeiden.