Risikoanalyse wird allgemein als mehrstufiger Prozess definiert, der Risikobewertung, Risikocharakterisierung, Risikokommunikation, Risikomanagement und Politik in Zusammenhang mit Risiko beinhaltet. Das Risiko kann dabei dabei sowohl Individuen als auch öffentliche oder private Organisationen sowie die Gesellschaft insgesamt auf lokaler, regionaler, nationaler oder globaler Ebene betreffen [1].
Im Allgemeinen bezeichnet der Begriff „Risiko" den potentiellen Verlust von etwas, das einen Wert besitzt wie z.B. die Gesundheit, eine intakte Umwelt oder, vereinfacht ausgedrückt, die eigene Geldbörse. Ein Risiko besteht nur dann, wenn eine Gefahr und die Exposition gemeinsam auftreten.

 

Die komplette Risikoanalyse eines neuen Materials ist ein mehrstufiger Prozess.

Wichtige Bestandteile der Risikoanalyse sind die Risikobewertung und das Risikomanagement. Unter Risikomanagement versteht man die regulatorische und entscheidungsgebende Ebene. Die Risikobewertung sollte von unabhängigen Experten durchgeführt werden und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Risikocharakterisierung, -bewertung und -management bauen hierarchisch aufeinander auf. Danach ist die Risikokommunikation besonders wichtig, um die gewonnenen Erkenntnisse an Arbeitsplätzen und für den Konsumenten praktisch umzusetzen.

 

Schematische Darstellung der Risikoanalyse © BAuA/ R. PackroffSchematische Darstellung der Risikoanalyse © BAuA/ R. Packroff

 

Werkzeuge der Risikoanalyse

Innerhalb des Prozesses der Risikoanalyse gibt es vier verschiedene Ebenen, auf denen Entscheidungen getroffen werden müssen. Auf der ersten Ebene wird eine mögliche biologische Aktivität einer Substanz oder eines Nanomaterials untersucht (Gefährdungscharakterisierung). Parallel dazu wird sorgfältig geprüft, ob Menschen oder die Umwelt mit nennenswerten Mengen in Berührung kommen können (Expositionsanalyse). Wenn ein biologischer Effekt messbar und eine entsprechende Exposition anzunehmen ist, erfolgt auf der zweiten Ebene die Charakterisierung des potentiellen Risikos. Diese Ebene beinhaltet eine erste Einschätzung, ob die Exposition mit der untersuchten Substanz in einem Konzentrationsbereich möglich ist, der einen unerwünschten Effekt auslösen könnte. Daran schließt sich auf der dritten Ebene die Bewertung eines potentiellen Risikos an, die auf den bisher erhobenen Daten basiert. Verkürzt dargestellt bedeutet dies, dass die Konzentrationsbereiche an Arbeitsplätzen, in der Umwelt oder während der Nutzung des Produktes bestimmt werden, um einschätzen zu können, ob betroffene Menschen oder Organismen in der Umwelt negativ beeinflusst werden. Dieser Schritt wird detaillierter im Kapitel Risikobewertung von Nanomaterialien behandelt.

 

 

Literatur arrow down

  1. Society for Risk Analysis (http://www.sra.org) in Englisch